27.11.2014

Was macht man da so

Als katholische Christin, was tue ich im Alltag?

Wenn ich morgens aufwache, danke ich Gott für die gute Nacht, dass wir alle ein Dach über den Kopf haben, Wärme, Essen, Trinken, einander. Dann hänge ich meinen Gedanken nach bis ich aufstehen muss. Wenn ich mich angezogen habe, mache ich mir einen Kaffee und kuschle mich in die Decke auf der Couch. Zum Kaffee gehören das kleine Stundenbuch und die Bibel. Zuerst bete ich die dem Tag entspechende Laudes. Ja. Mit kleinen Schluck Kaffee. Total unmöglich. Unkatholisch. Kaffee und Bibel ist eher evangelikal. Es hat sich aber so bewährt. Kaffee und Gebet geht gut zusammen bei mir. Wenn nach dem Stundengebet die Kinder immer noch nicht von selbst lärmen und runterkommen lese ich in der Bibel bis es Zeit ist sie zu wecken. Das ist nicht genug um in einem Jahr einmal durch die Bibel zu kommen, aber zwei Jahre würden vermutlich schon reichen, drei ganz sicher.
Dann bereite ich den Kindern Frühstück und Pausenbrote. Wir lesen beim Frühstück grundsätzlich, es hat auf uns alle eine erdende, beruhigende Wirkung. Sonntags in der Kinderbibel. Wochentags meistens eher nicht in der Bibel.
Nach Frühstück, Anziehen und sich allgemein parat machen für Tag und Schule lungern die Kinder noch rum und ich räume auf, bevor sie dann gehen, segne ich sie. Ich segne sie jeden Tag, leider aber oft nur im Stillen, wenn sie schon durch die Türe gehen. Sie mögen es, wenn ich sie laut segne, aber sie mögen es nicht, wenn die Gefahr besteht, dass die Klassenkameraden, die schellen, dabei beobachten könnten.
Ich überlege, ob ich den Segen direkt nach dem Frühstück spreche.
Wenn die Kinder weg sind mache ich meinen einstündigen Fitnessspaziergang.
Okay. Jetzt Geständnis: Ich bete dabei den Rosenkranz. Das war so nicht geplant. Ich fand, ich wäre doch etwas übertrieben fromm, wenn ich jetzt jeden Tag 5 Gesätze "schaffe". Es stellte sich aber heraus, dass ich beim Gehen oft unangenehme Gedanken wälze. Zweifel, Ängste, Vorstellungen von Katastrophen und oft wendete ich mich an Gott mit der Bitte das doch von mir zu nehmen, dieses sinnlose sich sorgen (um ungelegte Eier!) Dann fiel mir der Rosenkranz ein und ich nahm mir vor ihn mal beim Gehen auszuprobieren. Es stellte sich heraus, dass eine Runde ungefähr eine halbe Stunde dauert, diese Sorgerei ausgezeichnet verhindert, und mich einfach innerlich ruhig macht. Ich murmele also die freudenreichen, schmerzhaften oder glorreichen Ave Maria und betrachte das entsprechende Geheimnis. Wobei das nicht tiefschürfend ist. Aber als vor zwei Wochen meine Tante gestorben ist, da war es gut die glorreichen Geheimnisse zu beten und zum Beispiel beim "der dich, oh Jungfrau, im Himmel aufgenommen hat" mir vor Augen zu halten, dass Gott dies mit seinem ganzen Volk vorhat: das in den Himmel aufnehmen. So war das Gebet beim Spaziergang Gebet für meine Tante und auch für mich. Beim zweiten Teil des Spaziergangs lasse ich die Gedanken schweifen, bin dabei deutlich zuversichtlicher und entspannter.
Daheim mache ich Hausarbeit. *gähn* Da ich zur Faulheit neige versuche ich mich mit Gedanken an die Sprüche 31 Frau zu motivieren oder sehe in der Hausarbeit einfach Gelegenheit meine Familie und mich zu segnen. Ich gehe davon aus, dass Hausarbeit vor Gott den gleichen Stellenwert hat wie Karriere außerhalb des Hauses.
Vor dem Mittagessen bitten wir Jesus um den Segen. Nach dem Essen danken wir. Oft auch ziemlich automatisch und hohl. Meist aber gelingt es, dass ich eine gewisse Andacht einbringe und die Kinder mich dabei beobachten (so hielt ich es als Kind auch, damals fand ich Tischgebet unsagbar langweilig, heute könnte ich gerade eine halbstündige Andacht einbringen, lass es aber, ich esse gerne warm und ich nehme Rücksicht auf die Kinder, ich finde aber die Tatsache, dass wir schon wieder essen können, dürfen genial und dankwürdig).
An besonderen Feiertagen lese ich dann bei Tisch aus der Bibel vor während die Kinder zu Ende essen oder den Nachtisch essen. Die Kinder finden das voll okay. Kinderbibel ist toll. Ich plane, langsam zu ausgewählten Geschichten der Einheitsübersetzung zu wechseln.
Am Abend vertut sich jüngere Tochter manchmal und verlangt zum Abendessen ein Tischgebet. Bekommt sie. Ansonsten beten wir abends nicht laut, ich halte aber vor dem ersten Bissen inne und danke Gott und hoffe, dass die Kinder das mitbekommen. Kurz vor oder nach dem Abendessen, wie es gerade passt, bete ich in der Küche vor dem Kreuz im Stehen die Vesper. Man darf mich dabei unterbrechen. Wenn der Grund der Unterbrechung bearbeitet ist, kehre ich zum Kreuz zurück und fange den Psalm von vorne an oder steige ein, wo ich aufhörte. Ich hoffe, dass Gott es mir nachsieht, dass ich das Gebet nicht vorgehen lasse. Einmal bewege ich es im Herzen ja weiter, dann aber möchte ich nicht, dass die Familienmitglieder über das Gebet die Augen rollen. Die Laudes geht immer vor allem. Die Vesper eben nicht. Solange die Kinder klein sind, versteht sich. Grundschulalter ist für mich noch klein.
Wenn die Kinder ins Bett gehen ist Trubel im Badezimmer und oft fällt es ihnen schwer im Bett zur Ruhe zu kommen. Ich spreche ein kurzes freies Gebet, wir sprechen zusammen das Vaterunser. In der Zeit in der wir zusammen kuscheln, je Kind etwa 5 Minuten, bete ich innerlich für das Kind. In aktuellen Angelegenheiten, aber auch für die Zukunft.
Bevor ich ins Bett gehe, manchmal auch im Bett bete ich die Komplet. Die Gewissenserforschung kommt eher zu kurz, aber dafür grübele ich beim Morgenspaziergang ja gerne mal. Ich bete für meinen Mann, für meine weitere Familie und für die Verstorbenen, die mir am Herzen liegen, wobei es manchmal für mich selbst erstaunlich ist, welche Namen mir da immer wieder einfallen. Das ist der Alltag.
Wache ich in der Nacht auf und werde klar im Kopf, dann bete ich das Jesusgebet. Bleibe ich dösig, döse ich wieder ein. :-)

Samstagsabends gehen die Kinder und ich in die Kirche. Mein Mann kommt nicht jedesmal mit. Manchmal gehen wir sonntags, weil es so besser passt. Ich gehe manchmal auch mittwochs in die Kirche. Ich gehe immer in die Kirche, wenn es Andachten von der Schule oder besonders gestaltet für die Kinder sind.
An Feiertagen erkläre ich den Kindern am Vortag, was es für ein Tag ist. Wir gehen in die Kirche zur hl. Messe und machen auch zu Hause eine feierliche Handlung dazu, z.B. den kleinen Hausaltar schmücken, ein kleines extra-Gebet bei Tisch oder gerade in der Adventzeit, abends kleine Andachten mit Liedern oder themenbezogenen Basteleien. Ich achte darauf, dass es nicht zuviel wird und die Kinder sich nicht arg langweilen. Ein bisschen Langeweile finde ich okay.

Einmal im Quartal gehe ich zur Beichte, behaupte ich gerne, meist aber eher alle 5 bis 6 Monate. Ich beichte gerne und habe nur gute Erfahrungen (mit einer Ausnahme im Kölner Dom) gemacht, trotzdem sind es nur alle 5 bis 6 Monate. Ich glaube, ich muss es mal in den Terminkalender schreiben. Dabei nehme ich die Kinder mit, die sich solange langweilen dürfen. Langeweile macht kreativ. Die Kinder finden mein Beichten hochinteressant.

Wir gehen bei Prozessionen mit. Wir nehmen an Veranstaltungen der Kirche und kirchennaher Vereine teil. Ich lese sehr gerne Bücher mit theologischen Inhalten. In meinem Versuch, den Kindern Kunst, Kultur, Musik, Literatur nahezubringen, achte ich darauf auch die Schätze christlicher Kunst nicht zu vernachlässigen. Finde es aber oft schwierig, was Modernes angeht.


An besonderen Festen, Weihnachten, Ostern, versuche ich wach zu bleiben, wenn die anderen zu Bett gegangen sind um ein wenig mit Christus zu wachen. Es gelingt mir nur schlecht.

Ich finde ich mache vieles nur halb und ziemlich schlecht, aber ich versuche vollkommener zu werden. Ich versuche Gott wohlgefällig zu leben, herauszufinden, was er mir anbietet, worüber er sich freuen würde, wenn es von mir kommt.

Das alles tue ich als katholische Christin. Vieles ist sichtbar, manches nur mir bewusst. Und es gefällt mir total. Alles klar?

Außerdem tue ich nun "blogpause". Es ist nun schon länger still gewesen. Nun möchte ich das blog still legen bis Mariä Lichtmess. Ich bin zu beschäftigt mit der Bekämpfung meiner Laster. Was aber gleichzeitig zu privat ist um hier zu beschreiben. Ich denke, ein zusammenfassender post im Frühjahr wird drin sein. Sowie zu welchem Schluss ich gekommen bin in der Frage, was Gott wohl von mir möchte. Was ist meine Aufgabe im Leben, was möchte Gott, das ich um seinetwillen tue?

Ich denke intensiv drüber nach und wirke es dann in mein Leben ein und dann, im Frühjahr, dann melde ich mich wieder. Okay? Mal schauen, wie ich dann das blog weiterführe. Weiterbloggen möchte ich aber auf jeden Fall. Kommentierenderweise bleibe ich im Lande.

Ich wünsche allen eine Adventszeit, die dem Herrn die Wege bereit macht, ein Weihnachtsfest der Freude und des Friedens, einen guten Rutsch ins Neue Jahr und alles, alles Gute.
Auf Wiedersehen, bis bald!

Huppicke
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